Ungarisch Direkt 1

Ich war noch ganz neu in Ungarn, als wir im Sprachkurs die ungarischen Begrüßungen besprochen hatten. Das formelle "Hallo" kam als Erstes: "Jó napot (kívánok)!", also "Schönen Tag (wünsche ich Ihnen)!" Schon das fand ich witzig, weil "kívánok" ziemlich lang klang. Hmm, in drei Monaten werde ich mir das bestimmt merken.

Doch nicht nur die formellen Grüße sorgen für Verwirrung. Dann fragte uns die Lehrerin mit strahlenden Augen: "Na, kennen Sie auch 'Kezet csókolom'?"

Tja, ich schon - also ich habe es schon mal gehört, auch wenn mir die genaue Bedeutung fehlte. So ist es eben, wenn man eine mehrsprachige Familie hat. (Daher wusste ich auch längst, wie auf Ungarisch "ja," "nein," "eins," "zwei," "drei," und "danke" hieß. Mich entschuldigen hatte ich wohl nie für notwendig gehalten).

Die Lehrerin nahm meine Hand mit einem kleinen "Darf ich?" und tat so, als würde sie sie küssen.

Eine sprachwissenschaftliche Analyse:
Kezet csókolom.
Hand.AKK küssen.1SG.PRÄS
"Ich küsse (Ihre) Hand."

"Kéz" bedeutet Hand, "csókol" heißt küssen. Ha!

"Also, Jungs, ab morgen sagen Sie das zu uns Mädels!" meinte sie. Frauen selbst sagen es nicht, sie bekommen nur die Bemerkung. Männer zeigen damit Respekt und Höflichkeit gegenüber Frauen. Manchmal sagen es auch Frauen zu älteren Frauen oder kleine Kinder zu Erwachsenen.

Super! Ich muss es also nicht lernen!

Was ebenso lustig ist, ist übrigens das informelle "Hallo" = "Szia" (oder genauer gesagt, eine der unheimlich vielen Varianten davon). Die Form ändert sich zu "Sziasztok", wenn man mehrere Personen anspricht. Das konnte ich mir anfangs gar nicht merken, also rief ich morgens in die Klasse: "Szia!... sztok."

Meine Zitherlehrerin damals sagte manchmal "Sziasztok," obwohl wir privat zu zweit übten. Naja, vielleicht ist man auch manchmal blau, dann sieht man zwei, drei Menschen statt einen...?

Die erste 8 Monaten hatte ich bei einer ungarischen Familie gewohnt. Der Bruder brachte mir eine "super lässige" Begrüßung bei: "Cső!"

Wie immer fragte ich nach der Bedeutung, und er lachte: "Eigentlich heißt es 'Rohr'."

Ich würde jetzt so gern eine fundierte etymologische Analyse liefern, aber leider ist die Herkunft wohl unklar. In einer Diskussion darüber, was ich im Netz gefunden hatte, wurde es erklärt: "Es kommt aus dem Deutschen, von 'Tschüss'!" Oder: "Aus dem Italienischen, von 'Ciao'!" Da könnte ich genauso gut dazuschreiben: "Oder aus dem Englischen, von 'Cheers'!"

...Ich meine, wenn da erklärt wird, das japanische "Jaane (じゃあね)" sollte auch aus dem Italienischen kommen...

Und wenn wir schon dabei sind: Bestimmt kommt es auch vom Finnischen 'tyvääo' – das es gar nicht gibt.

Auf jedem Fall hat er die nächsten fünf Monaten von mir als Begrüßung "cső" gehört.

Alle letzte, ich versprech's!: Die größte Überraschung für mich war, man sagt "Heló" auch beim Abschied. Also ja, halt umgangssprachlich.

Die Wohnung der Familie befand sich übrigens in einem Pawlatschenhaus. Ich fand's immer so süß, wie sich die ganze Familie vor der Tür versammelte, wenn jemand ausging, und schön langsam auf den Balkon liefen, als derjenige die Treppe hinunterging. Das Hoftor lag an der anderen Seite - wenn man wegging, blieb man für eine Sekunde vor dem Tor stehen, drehte sich um und winkte nochmal an den vierten Stock.

So geht man in Ungarn nicht einfach – man verabschiedet sich in mehreren Akten.

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日本の歴史教科書は、なぜ責任を語らない物語としての批判を受けるのか?

日本の歴史教科書は、なぜ責任を語らない物語としての批判を受けるのか?

日本の歴史の検定教科書は、世界の学者からしばしば、偏った国家保守的な見方を含んでいるとして非難されてきました。私自身も、教科書に頻出する「我が国」という表現や、出来事を淡々と時系列で並べる、分析を避けた語り口に、以前から違和感を覚えてきました。 それは単なる言葉遣いの問題ではなく、国家、戦争責任、そして歴史そのものをどう扱うのかという、より深い姿勢を反映しているように思えます。ここでは、日本の歴史教科書がどのような言語的・制度的枠組みのもとで、責任を曖昧にするナラティブを作り上げてきたのかを考えていきます。 1.教科書が作り出す「日本」という主体 日本の多くの歴史教科書の根底にあるのは、「日本」を文化的・民族的に統一された主体として捉える視点です。国家、軍指導部、一般国民のあいだに存在したはずの内部分裂や意見の相違、権力の非対称性はしばしば曖昧にされる一方で、歴史的苦悩や記憶の継承については強い一体感が強調されるという傾向が、戦後から現在にかけて度々批判の対象となりました。 こうして、切れ目のない国民的主体が生み出され、戦時中の侵略に対する責任は軽視、あるいは曖昧にされていき

By Aki Bevin Yanagida